Parteienpolitik isch over

Ich habe gestern nochmal versucht mir das letzte TV-Duell zur Bundestagswahl anzuschauen. Die Hälfte habe ich geschafft, fand es aber weistgehend unaushaltbar. Irgendwie ist diese Parteienpolitik fucked up. Sollten die nicht eigentlich Konsense finden und zusammenarbeiten? Ist das schlau sich den Menschen (a.k.a. „dem Wähler“) als bis ins Mark zerstrittener Haufen Idioten zu präsentieren?

Apropos Suggestivfragen… es wäre ja so schön, wenn diese Moderatoren das mit den Suggestivfragen mal etwas runterschrauben könnten. Man stelle sich einmal vor, Journalisten/TV-Moderatoren würden wie Politiker „befragt“ werden. „Frau Oberklug, vor 5 Jahren haben sie noch Blablabla gesagt und Dingsbums gemacht, jetzt sprechen Sie plötzlich von Tralala, finden Sie denn nicht, dass Sie damit dem Zuschauer das Gefühl geben, dass es den Medien nur um Einschaltquoten geht?“

Ich sehe bei keiner der größeren Parteien nennenswertes Zukunftspotential. Das Parteiensystem an sich ist das Problem. Die Politiker bilden sich eine Pseudo-Identität über ihre Zugehörigkeit zu Partei X. Folglich geht es dann immer WIR gegen DIE. Ab und zu mal gibt es zum Teil noch so ein WIR ein bißchen mit DENEN aber GEGEN die ANDEREN. Es muss schon peinlichst genau darauf geachtet werden, dass bloss keine größere Annäherung stattfindet. Die schöne Idee mit der Demokratie nur irgendwie etwas scheisse umgesetzt.

Deshalb habe ich meine Kreuzchen natürlich bei der Partei „Die PARTEI“ gemacht.

Das Serdar Somuncu Bundeskanzler wird, ist zwar noch ein ganz kleines bißchen unwahrscheinlich 😀 , aber als „freies Radikal“ und vor allem als „Nicht-Politiker-Partei“ wäre Die PARTEI im Bundestag meiner Ansicht nach sehr wichtig. Das sind die Einzigen die gleichzeitig die Rechten in Schach halten und den traditionellen Parteien mal in den Arsch treten können.

In dem gegebenen System würde mir eine Koalition aus vielen kleinen Parteien als sinnvolle Variante erscheinen. Vielfalt ist das Modell der Natur. Die Politik dagegen besteht aus maximierten Extremen… ROT, SCHWARZ, GRÜN, GELB, BLAU, MAGENTA. Was dort fehlt, sind die vielen Zwischentöne, die ausgleichen und verbinden. Und transportiert wird dieses Theater von einer Medienlandschaft die von der Effekthascherei der krassen Extreme lebt.

Also…

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