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Wenn mir das nächste mal am Görlitzer Bahnhof so ein hippeliger Kamerad versucht psychotrope Substanzen zu offerieren, werde ich wohl antworten müssen mit: Just take 5 Möhrchen! … lass die Finger von dem Weed 🙂 Obwohl ich mich doch jedesmal frage, was wohl passiert, wenn ich plötzlich die Hände zum Himmel strecke und laut „KO-KA-IHN“ schreie. Antwort: vermutlich gar nichts. Weil, Berlin.

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Fail: Massenmedienhysterie

Mir fällt gerade wieder auf…
Je mehr ich mich durch Medien mit „der Welt dort draussen“ beschäftige, umso schwerer fällt es mir, mich auf meine eigenen Projekte und die Dinge die mir wichtig sind zu konzentrieren.
Das hat, meiner Ansicht nach, nichts mit den faktischen Geschehnissen zu tun, sondern mit der Art wie über diese berichtet wird.

Menschen – also auch Journalisten, Redakteure – sind immer Teil irgendeines Systems und verhalten sich bewusst oder unbewusst entsprechend den vermeintlichen Regeln und Gepflogenheiten dieses Systems. Das ist wie ein Kind in einer dysfunktionalen Familie. Es ist von seiner kranken Umgebung abhängig und gezwungen sie aufrecht zu erhalten.

Leider finde ich das Video gerade nicht wieder, aber ein krasses Beispiel war Peter Hahne vom ZDF der in einem Supercut gezeigt wurde, der aus mindestens 10 Anmoderationen bestand… und immer begann er in der Art „Geht es ihnen auch so wie mir, dass sie sich fragen… ?“. Und dann kann man ein recht provokantes Statement auf das sich seine Sendung aufbaute. Ähm… nein, Peter.

Es geht offenbar nur noch um Aufmerksamkeit und Clicks. Je größer das Desaster da draussen, desto besser für Online-Medien, Zeitungen, Verlage, Fernsehsender und die Social Networks. Der Hintergrund, das was Menschen dabei wirklich betrifft und bewegt, ist völlig zweitdrittrangig geworden.
Ganz zu schweigen von der monströsen Heuchelei darüber wenn die Katastrophe im befreundeten Nachbardorf geschieht und nicht tausende Kilometer weit weg oder in einem anderen Kulturkreis. Ätzend.

Ich habe auch wenig Mitleid, wenn den Herren von der angeschlossenen Werbeindustrie jetzt durch die Verbreitung von Adblockern nach und nach ihr Geschäftsmodell demontiert wird. Tja.

Jedenfalls… mir geht das alles auf den Kranz und ich finde es schade. Schade, weil ich schon gerne ab und zu durch ein virtuelles Fenster schauen möchte, um zu erfahren, was in der Welt so los ist. Positives wie Negatives. Aber ohne Stimmungsmache, ohne künstlichem Drama, ohne Theater und ohne Klickfangtiteln. Wenn das nicht geht oder es das so nicht gibt, bleibt das Fenster eben erstmal geschlossen. Zeit für eine Diät.
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Zur Flüchtlingssituation empfehle ich nochmal die „Refugee Stories„, die Brandon Stanton von Humans of New York gesammelt, aufgeschrieben und natürlich fotografiert hat. Und auch den „Film eines kleinen Jungen: Süchtig nach Jihad„.

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Experiment: Portraitprojektion

So findet jeder Fotograf, was er von dem Mensch vor der Kamera erwartet.
Spannend wäre ein Experiment in der selben Art, aber ohne die vorherige Lüge über die Identität des zu fotografierenden. Jeder Fotograf müsste ihn selber kurz kennenlernen. Dann müssten die Unterschiede in den Fotos theoretisch noch mehr das Selbstportrait des Fotografen wiederspiegeln. Das wäre zwar meiner Ansicht nach jetzt nicht unbedingt die beste Motivation beim Fotografieren, aber als Experiment sicherlich einmal sehr spannend.

Mir ist der Effekt mal ganz krass an Aufnahmen aufgefallen, die ein Freund auf einer Reise in Nepal von Kindern gemacht hat. Es waren tolle Fotos und bemerkenswerterweise hatten alle Kinder auf den Fotos, den selben melancholischen, verträumten Gesichtsausdruck wie der Fotograf.

via: Anita