Fail: Massenmedienhysterie

Mir fällt gerade wieder auf…
Je mehr ich mich durch Medien mit „der Welt dort draussen“ beschäftige, umso schwerer fällt es mir, mich auf meine eigenen Projekte und die Dinge die mir wichtig sind zu konzentrieren.
Das hat, meiner Ansicht nach, nichts mit den faktischen Geschehnissen zu tun, sondern mit der Art wie über diese berichtet wird.

Menschen – also auch Journalisten, Redakteure – sind immer Teil irgendeines Systems und verhalten sich bewusst oder unbewusst entsprechend den vermeintlichen Regeln und Gepflogenheiten dieses Systems. Das ist wie ein Kind in einer dysfunktionalen Familie. Es ist von seiner kranken Umgebung abhängig und gezwungen sie aufrecht zu erhalten.

Leider finde ich das Video gerade nicht wieder, aber ein krasses Beispiel war Peter Hahne vom ZDF der in einem Supercut gezeigt wurde, der aus mindestens 10 Anmoderationen bestand… und immer begann er in der Art „Geht es ihnen auch so wie mir, dass sie sich fragen… ?“. Und dann kann man ein recht provokantes Statement auf das sich seine Sendung aufbaute. Ähm… nein, Peter.

Es geht offenbar nur noch um Aufmerksamkeit und Clicks. Je größer das Desaster da draussen, desto besser für Online-Medien, Zeitungen, Verlage, Fernsehsender und die Social Networks. Der Hintergrund, das was Menschen dabei wirklich betrifft und bewegt, ist völlig zweitdrittrangig geworden.
Ganz zu schweigen von der monströsen Heuchelei darüber wenn die Katastrophe im befreundeten Nachbardorf geschieht und nicht tausende Kilometer weit weg oder in einem anderen Kulturkreis. Ätzend.

Ich habe auch wenig Mitleid, wenn den Herren von der angeschlossenen Werbeindustrie jetzt durch die Verbreitung von Adblockern nach und nach ihr Geschäftsmodell demontiert wird. Tja.

Jedenfalls… mir geht das alles auf den Kranz und ich finde es schade. Schade, weil ich schon gerne ab und zu durch ein virtuelles Fenster schauen möchte, um zu erfahren, was in der Welt so los ist. Positives wie Negatives. Aber ohne Stimmungsmache, ohne künstlichem Drama, ohne Theater und ohne Klickfangtiteln. Wenn das nicht geht oder es das so nicht gibt, bleibt das Fenster eben erstmal geschlossen. Zeit für eine Diät.
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Zur Flüchtlingssituation empfehle ich nochmal die „Refugee Stories„, die Brandon Stanton von Humans of New York gesammelt, aufgeschrieben und natürlich fotografiert hat. Und auch den „Film eines kleinen Jungen: Süchtig nach Jihad„.

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Eine Antwort zu Fail: Massenmedienhysterie

  1. Dampfbloque schreibt:

    Der Kritik pflichte ich mal unaufgefordert bei, wobei die Öffentlich-Rechtlichen in puncto Stimmungsmache doch weit abgeschlagen hinter den Privaten rangieren. Beispiel Paris: Man erfuhr faktisch nichts, weil Neuigkeiten verbreitet wurden, die zu dem Zeitpunkt nicht mehr als Gerüchte waren. Das einzig Neue war dann villeicht Musikuntermalung von Beiträgen, die zum x-ten mal in Schleife liefen.

    Das hier war/ist mein Kommentar dazu:
    https://dampfbloque.wordpress.com/2015/11/16/zu-fruh-zu-viel-weshalb-es-manchmal-ratsam-ware-nichts-zu-berichten/

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